Letzter Platz für Österreich bei Vermögensrenditen

Traurige Bilanz für die Alpenrepublik. Laut der Studie „Die Rendite der privaten Geldvermögen“ in neun untersuchten Euroländern, bilden wir das europäische Schlusslicht im Hinblick auf das Geldvermögen der privaten Haushalte unter der Niedrigzinspolitik seit 2012. Das Geldvermögen ist zwar um 2,9 Prozent gestiegen; dennoch haben Finnen (1. Platz: 6,7 Prozent), Niederländer (2. Platz: 5,1 Prozent) und Deutsche (3. Platz: 4,6 Prozent) höhere Wachstumsraten erreicht. Grund dafür sehen Experten in der historisch geprägten stark konservativen Anlagepolitik. Das fehlende Vertrauen in alternative Anlageformen – wie z.B. Aktien – ist der Grund, dass Österreicher noch immer stark auf Bankprodukte fokussieren.

Den österreichischen Sparern wird also dringend geraten das Anlageverhalten den neuen Marktbedingungen anzupassen. Denn durch das Niedrigzinsumfeld der letzten Jahre kann man hohe reale Rendite erzielen. Schlüssel ist eine stärkere, direkte bzw. indirekte Orientierung in Richtung der Kapitalmärkte. Ein praktisches Beispiel dazu: Hätten die heimischen Haushalte in den vergangenen vier Jahren nicht etwa die Hälfte ihres Geldvermögens mit Wertverlust (durchschnittliche Realrendite – 0,9 Prozent pro Jahr) bei den Banken geparkt, sondern „nur“ 40 Prozent und die so frei gewordenen Mittel je zur Hälfte auf Aktien und Investmentfonds verteilt, wäre die Vermögensrendite in diesem Zeitraum um einen halben Prozentpunkt höher ausgefallen. Die dadurch erzielten zusätzlichen Vermögenseinnahmen wären 1.060 Euro pro Kopf oder insgesamt neun Milliarden Euro gewesen.