Warren Buffett und das „Woodstock des Kapitalismus“

Warren Buffett ist eine lebende Legende. Seit 1965, als er die Leitung des Investment-Unternehmens Berkshire Hathaway übernommen hat, legte die Aktie im Schnitt um 20% pro Jahr zu. Mit seinen Investitionsentscheidungen erwirtschaftete er ein Vermögen von 74 Mrd. Dollar und ist derzeit der zweitreichste Mann der Welt, hinter Bill Gates. Auf der jährlichen Hauptversammlung, bei der der 86-jährige Warren Buffett auftritt, wird er von den rund 40.000 Aktionären wie ein Popstar gefeiert. Dieses Zusammentreffen der Aktionäre in Buffets Wohnort Omaha nennt die Presse „das Woodstock des Kapitalismus“.

Was liegt also näher, als die Anlageentscheidungen (im kleineren Umfang) zu kopieren und das Erfolgsmodell für sich persönlich nachzubauen?

Klingt verlockend, ist aber praktisch unmöglich. Das liegt schon allein darin, dass Warren Buffett eben kein Einzelinvestor ist, sondern mit Berkshire Hathaway ein Vehikel zur Verfügung hat, dass ihm ein raffiniertes Geschäftsmodell ermöglicht. Berkshire Hathaway wiederum investiert die Überschüsse in Beteiligungen, was nach amerikanischem Recht mit sehr viel mehr Freiheiten möglich ist. Die Summen, die dabei bewegt werden, sind gewaltig und ermöglichen Sonderkonditionen, die sich Warren Buffett bei jedem Deal aushandelt. Noch wichtiger ist aber, dass die meisten Beteiligungen gar nicht an der Börse notieren, sondern aus gezielten Übernahmen mittelständischer Unternehmen resultieren, die oft wesentlich mehr zum Gewinn des Gesamtunternehmens beitragen, als die spektakulären Beteiligungen an Coca-Cola, Kraft-Heinz und anderen.

Schließlich wäre es Warren Buffet in seiner Karriere aber selbst auch nie in den Sinn gekommen, jemand anderen zu kopieren. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Individualität seines Weges und seinem Wissen über Finanzwelt. Wer das verstanden hat und sich auf die Suche nach seinem persönlichen Weg macht, hat schon das Wichtigste gelernt.